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Neubau einer Stützpunktfeuerwehr, Rostock-Hohe Düne

25.04.2017 • Bundesbau
Im Marinestützpunkt Rostock-Hohe Düne entsteht seit Februar 2017 eine neue Stützpunktfeuerwehr. Verantwortlich für das Bundesbauprojekt ist der Geschäftsbereich Schwerin des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V).

Standort

Der Standort des Neubaus befindet sich im östlichen Teil des Marinestützpunktes. In einer Analyse zur Entscheidungsunterlage-Bau (ES-Bau) wurden zwei Alternativen untersucht. Aufgrund der deutlichen funktionalen Vorteile für den Betrieb der Feuerwache wurde der Standort mit Sichtachse zum Hafenbecken und direkter Anbindung zum Hubschrauberlandeplatz gewählt. Der Neubau wird auf einer unbebauten Fläche errichtet. Zur Sicherung der Abstände zu den Waldflächen wurde für ca. 2,5 ha ein Waldumwandlungsverfahren erforderlich. Ebenfalls wurde eine computergestützte Kampfmittelsondierung durchgeführt.

Architektonisches Konzept

Der Entwurf basiert auf der Idee, ein Gebäude zu erschaffen, das die Dynamik der Nutzung als Feuerwache widerspiegelt und funktional der Musterplanung "Feuerwachen der Bundeswehr" entspricht. Diese Dynamik soll vor allem durch die schräge Ausbildung der Südfassade mit der Attika über den Toren und der Einsatzleitstelle sowie der Fassadenbekleidung mit großformatigen Aluminiumtafeln erreicht werden. Die genannten Planungsvorgaben und die maßgeblichen Funktionsabläufe einer Berufsfeuerwache resultieren in einem stringenten, sehr kompakten Baukörper. Das Gebäude wird in massiver Stahlbetonbauweise errichtet, das Standardraster der Fahrzeughallen wurde aus den geforderten Stellplatzgrößen abgeleitet. Das Dach wird in Teilen extensiv begrünt, um einen verbesserten sommerlichen Wärmeschutz für die darunter befindlichen Aufenthaltsräume zu erreichen und darüber hinaus die Dachentwässerung zu verbessern. Mit der Kombination aus einer optisch offenen Fassade der Fahrzeughalle und den geschlossenen Fassaden des übrigen Gebäudes wurde eine zeitlose und kraftvolle Architektursprache gewählt, die der Funktion einer Feuerwache entspricht. Unterstützt wird dieser Effekt durch die in das Gestaltungskonzept integrierte Dachauskragung vor der Fahrzeughalle, die primär als Wetter- und Sonnenschutz dient.

Entwurfsbeschreibung

Das Gebäude besteht aus zwei sich funktional bedingenden Bauteilen. Im Bauteil 1 befinden sich die Fahrzeughallen mit Waschhalle und der Wartungsgrube. Durch deren erforderliche Höhe können die im Bauteil 2 enthaltenen Funktionen wie Werkstätten, Verwaltungs- und Bereitschaftsbereich, Sozial- und Aufenthaltsräume, Lager und Sonstige Räume zweigeschossig ausgebildet werden. Der vorliegende Entwurf lehnt sich an die Musterplanung für Feuerwehren (FW). Die Personalgesamtstärke einschließlich des Leiters beträgt 67 Feuerwehrleute. Eine grundsätzliche Barrierefreiheit wird nicht gefordert, lediglich der Haupteingang wird barrierefrei gemäß DIN 18040 ausgebildet. Die Bereitschaftsräume liegen auf der seeabgewandten, kühleren Nord-West-Seite, die Verwaltungs- und Einsatzräume sowie die Leitzentrale in Süd-Ost-Ausrichtung. Die Lager und Werkstätten sind der Fahrzeughalle im Erdgeschoss unmittelbar zugeordnet. Die Funktionsbereiche und Räume wurden zu Zonen mit einheitlichen Nutzungsrandbedingungen zusammengefasst. Die Lager mit einer nach Arbeitsstättenrichtlinie geforderten Raumtemperatur von 7 Grad Celsius und die Werkstätten mit einem Temperaturbereich von 17 Grad Celsius sind, so weit möglich, jeweils zusammengefasst. Die Sozialräume sowie der Fitnessraum befinden sich an zentraler Stelle im Obergeschoss.

Außenanlagen

Die Außenanlagen für die Stützpunktfeuerwehr umfassen die Vorfläche für das Abstellen und die Wartung der Einsatzfahrzeuge, eine Stellplatzanlage für 25 PKW, inklusive zwei Stellplätze für Dienst-Kfz und ein Behindertenstellplatz. Weiterhin werden überdachte Fahrradstellplätze, ein Mülllagerplatz und ein Gasflaschenlager angeordnet. Die Planung wird hauptsächlich durch den anstehenden Baugrund und die Belastung durch die Einsatzfahrzeuge bestimmt. Der anstehende Boden setzt sich zum Großteil aus Fein- bis Mittelsanden sowie organischen Torf- und bis zu zwei Meter dicken, nur gering tragfähigen Muddeschichten zusammen. Da ein Bodenaustausch nicht wirtschaftlich ist, wurde eine Verminderung des Eigengewichts geplant. Durch den Einsatz des Leichtbaustoffs "Blähton" wird das Eigengewicht der oberhalb anstehenden Böden soweit reduziert, dass das Eigengewicht des geplanten konstruktiven Oberbaus und der Belastung durch die Einsatzfahrzeuge ausgeglichen wird. Mittels einer speziellen Fräsmaschine für die Drainage einschließlich der benötigten Verkiesung in den Boden wird eine Flächendrainage in ca. 3,50 bis 4,50 m Tiefe hergestellt, da das Grundwasser großflächig abgesenkt werden muss.

Planungsdaten Neubau Stützpunktfeuerwehr, Rostock Hohe Düne

Geplante Gesamtkosten 7,7 Mio. Euro
Brutto Rauminhalt 12.988 m³
Brutto Grundfläche 2.587 m²
Nutzfläche 1.711 m²
Planungsauftrag 12/2013
BNB Zielvereinbarung 05/2014
VOF Verfahren 09/2014
ES-Bau 06/2015
EW-Bau 08/2016
Bauvorbereitende Arbeiten 02/2017
Baubeginn 03/2017
Richtfest 02/2018
Übergabe 08/2019
Beauftragte Architekten/Planer struhk architekten, Braunschweig
AIU Architekten- und Ingenieurunion,
Stralsund
Projektmanagement Rostock GmbH,
Rostock
IB GERRY WEHRLE, Güstrow
Stand: 23. Februar 2018

Standort Marinestützpunkt Hohe Düne

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